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Singschmied - Missbrauch ist... ...lustig!
hasi — 5 Februar, 2009 - 19:28
Wie allseits bekannt sein dürfte ist Microsoft seit einiger Zeit dabei, die Produktpalette auf Spielzeug, Fun- und Unterhaltungssoftware umzustellen. Als Beispiel seien in diesem Zusammenhang nur die täuschend echt wirkende Imitation einer Suchmaschine („Live Search“) sowie die kunterbunte Betriebssystem-Attrappe („Windows Vista“, für Kinder ab 6 Jahren) genannt.
Der neueste Geniestreich aus dem Hause Microsoft namens Songsmith nun befasst sich mit dem boomenden Markt der Sing- und Musikspiele und beschert seit seiner Markteinführung vor wenigen Wochen Jung und Alt nicht enden wollende Freude. Das Prinzip ist so einfach wie bekloppt: nach Art einer Karaoke-Show singt der Benutzer in ein Mikrofon, wobei er in Tonhöhe und Geschwindigkeit vollkommen frei ist. Doch statt bekannte Lieder nachzuträllern errechnet und spielt Songsmith zu dem Gesungenen automatisch eine dazu passende Begleitung. Karaoke paradox, sozusagen. Der Stil kann dabei beliebig angepasst werden. Wem nach Swing ist, der stellt die Regler entsprechend ein. Wer es hart mag, der bekommt eine passende Untermalung, inklusive „schwerer Gitarrengewitter“. Aber auch vollautomatisch kann Songsmith ermitteln, welcher Stil am besten passt. Meint Microsoft.
Das klingt nicht nur bescheuert (inhaltlich), es klingt auch so (musikalisch). Um das Prinzip und die Ergebnisse besser beurteilen zu können sei aber an dieser Stelle zunächst der Microsoft Werbetrailer zu bestaunen (Achtung: Realsatire!):
Schon die Tatsache, dass hier mehrfach ausgerechnet ein MacBook zu sehen ist, ist schwer erträglich, aber die hölzernen Schauspieler und dämlichen Dialoge… Ich für meinen Teil habe es bis 3:26 geschafft, danach überkam mich der dringende Wunsch: Raus! Aus! Meinem! Kopf! – Und: make me unsee it.
Aber nun. Wenn Microsoft schon meint, eine Software könne anhand der gesungenen Tonhöhe eine passende (und cool klingende wohlklingende passende) Begleitung ausbaldowern, warum dann nicht beim Wort nehmen und es ausprobieren? Das dachten sich auch die folgenden Anwender und haben Songsmith dem Werbeversprechen entsprechend missbraucht gequält genutzt. Zum Einsatz kamen aber nicht etwa selbst gesungene Melodien sondern a capella-Tonspuren bekannter Songs.
Wie also mag „We will Rock you“ klingen, wenn man die Software einfach mal machen lässt?
Und was wäre aus „The Ace of Spades“ geworden, wenn Lemmy Songsmith genutzt hätte?
Den Vogel schießt aber definitiv diese Neuinterpretation von Jonny Cashs Cover des NIN-Songs „Hurt“ ab:
Man ahnt es bereits: Wir alle haben der depressiven Grundstimmung dieses Songs jahrelang zu unrecht gefrönt. In Wahrheit wäre er viel beschwingter gewesen, wie Songsmith uns nun hören lässt. Die youtube-User feixen: „Johnny Cash an der Tikibar”, oder „on-Prozac-Version”.
Eine Suchanfrage zu Songsmith bei youtube bringt bereits über 450 Treffer – von „Eye of the tiger“ bis zu Marvin Gayes Klassiker „I Heard It Through The Grapevine“, von „Enter Sandman“ bis hin zu den Doobie Brothers. Alles wird derzeit verwurstet, und ein Ergebnis ist schön-schrecklicher als das andere.
Und selbst ich muss zugeben, dass ich derzeit nur schwer dem Kaufreiz der Vollversion widerstehen kann. Zu sehr möchte auch ich diese Software quälen missbrauchen nutzen.
Internationales Jahr der Astronomie (IYA-2009)
hasi — 10 Januar, 2009 - 14:07
Internationale Tage oder Jahre gibt es wie Sand am Meer, weshalb wir uns inzwischen nur noch von einem vorgeblich bedeutsamen Datum zum anderen bewegen. Und Hand aufs Herz, wer interessiert sich schon für das Internationale Jahr der indigenen Völker (1993), das Internationale Jahr der Kleinstkredite (2005) oder das Internationale Jahr des Sportunterrichts (ebenfalls 2005)? Und wen außer Charlotte Roche mag der Welttag der Feuchtgebiete (2. Februar) tangieren? Aber zwischen all diesen mehr oder weniger bedeutungsvollen Gedenkjahren und Aktionstagen sticht das Jahr 2009 als Internationales Jahr der Astronomie dann doch hervor, denn die Astronomie berührt alle Menschen, ganz gleich, wo sie leben, selbst dann, wenn sie sich dessen noch nicht einmal bewusst sind.
Das Internationale Jahr der Astronomie möchte und sollte allen Menschen einen Anstoß geben, die Schönheit des Universums (wieder) zu entdecken und einzutauchen in faszinierende Welten, diesseits und jenseits unseres Sonnensystems. Auch in Deutschland finden deshalb bundesweit Informationsveranstaltungen, Vorträge und – ganz wichtig – gemeinsame Beobachtungsnächte von Amateuren wie auch Profis statt, bei denen jeder Interessierte die Möglichkeit erhält, mit eigenen Augen das Universum zu erforschen. Einen ersten Überblick über die stattfindenden Veranstaltungen gibt es auf dem IYA2009-Blog von Daniel Fischer. Ebenfalls empfehlenswert und mit vielen Veranstaltungstips ist natürlich die offizielle deutsche Webseite zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009. Wer mitdiskutieren will kann dies im eigens eingerichteten IYA-2009-Forum auf www.astrotreff.de. Auch lohnt sich der regelmäßige Blick in den Lokalteil der heimischen Zeitung, um sich über die Termine der vielen regionalen Events zu informieren. Aber auch wer das Universum lieber für sich allein studieren will, findet eine Fülle von Informationen und Möglichkeiten. Den Anfang sollte wohl das Herunterladen und Installieren einer guten Astrosoftware machen: www.stellarium.org ist so eine Software. Damit kann man sich schon einmal einen guten Überblick über den aktuellen Himmel verschaffen. Wer im Anschluss daran selbst beobachten möchte, der irrt wenn er meint, dafür bräuchte es eine teure Ausrüstung: Im Gegensatz zu so manchen anderen Wissenschaften nämlich braucht es außer einem Fernglas zunächst einmal nur einen dunklen Himmel, und schon kann die Reise durch unsere Milchstraße (und darüber hinaus) losgehen. Vom Mond bis hin zur Andromedagalaxie sind unter einem dunklen Himmel damit bereits einige schöne Beobachtungen machbar.
Rare Exports Inc.
hasi — 19 Dezember, 2008 - 12:44
Durch Zufall wiedergefunden - Die Antwort auf die Frage, woher eigentlich der Weihnachtsmann kommt:
Und was passiert, wenn man sich nicht an die Sicherheitsvorschriften hält:
Vielleicht die beste Doku, welche je über Weihnachten gedreht wurde...
Wahrnehmungsproblem?
hasi — 9 Dezember, 2008 - 15:15
Dienstag, 09.12. 2008 - In Athen finden seit zwei Tagen schwerste Ausschreitungen statt. Um die auch andernorts stattfindenden Unruhen in den Griff zu bekommen, überlegt die griechische Regierung, den Ausnahmezustand über das Land zu verhängen.
In dieser Situation titelt die Bild-Zeitung folgerichtig:
Bild Dir Deine Meinung über Europas auflagenstärkstes Printmedium!
Andromeda Widefield
hasi — 27 Oktober, 2008 - 14:05
Kann man nur mit einer Canon EOS 350D plus einem Stativ bewaffnet eine Aufnahme der Andromeda Galaxie machen? Ja, kann man, wenn man mal wieder tief in die Trickkiste greift. Wie schon bei den Planeten-Aufnahmen gilt auch in diesem Fall: viele Aufnahmen, bei max. möglicher Belichtungszeit - und diese dann kombinieren.
Diese Aufnahme entstand von der heimischen Terrasse aus (Grenzgröße knapp 4mag):

Aufnahmedaten: Canon 350D, Kit-Objektiv bei 27mm f/4, 15sek @ISO-800
Wenn man nun viele dieser Einzelbilder kombiniert, sie mit Deepskystacker, Fitswork und Gimp malträtiert kommt irgendwann sowas heraus:
Und siehe da: nicht nur M31, die Andromedagalaxie ist auf dem Bild, nein, unten ist auch M33, die Dreiecksgalaxie, als zarter Schleier zu sehen. Ebenfalls mit auf das Bild geschmuggelt hat sich dann noch der offene Sternhaufen NGC 752 (das Gekröse links im Bild).
Die Nachbearbeitung hat mehrere Stunden gekostet, da selbst der Osthimmel hier in HH sehr aufgehellt ist, was natürlich bei der Bildaddition zunächst mit verstärkt wird. Deshalb musste der Hintergrund mehrfach geglättet werden, was später zu lasten einer effektiven Rauschminderung ging. Ebenfalls mussten Abstriche bei der Färbung in Kauf genommen werden, da der Himmel über Hamburg leider im fahlen Gelblicht der Natriumdampflampen erscheint - so wird aus dem normalerweise vorherrschenden Nachtblau ein schmieriges Braungrau. Also weg mit der Farbe, so weit es geht.
Aber immerhin: es geht!
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