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Meade Lightbridge 12" Dobson

...der Lichteimer

HaSi + Lightbridge

Das derzeitige Hauptinstrument in unserem schnell gewachsenen Teleskop-Zoo. Der Lightbridge hat eine Öffnung von 300mm und eine Brennweite von 1500mm. Daraus ergibt sich ein „schnelles“ Öffnungsverhältnis von f/5. Das Spiegelmaterial ist BK-7 und Meade garantiert eine beugungsbegrenzte Abbildung (wie auch immer wir das prüfen sollen...). Leider war die Spiegelschicht ab Werk beschädigt, was bei einem Markengerät eigentlich nicht vorkommen sollte. Der Umtausch gestaltete sich aber nach Rücksprache mit Intercon recht einfach, und nach knapp 3 Wochen wurde direkt von Meade eine neue Spiegelzelle geliefert. Der Meade Okularauszug wurde bereits bei der Bestellung gegen einen Galaxy Crayford mit 1:10 Untersetzung getauscht. Der Auszug lässt sich butterweich verstellen und ist selbstverständlich shiftingfrei. Die Untersetzung ist visuell nicht unbedingt notwendig, hat sich aber schon bewährt. Viel wichtiger jedoch ist eine problemlose und werkzeugfreie Justage nach dem Aufbau. Deshalb wurden die Justageschrauben an Haupt- und Fangspiegel von Anfang an durch Rändelschrauben von Bobsknobs ersetzt. Da das Umrüstset ebenfalls deutlich stärkere Druckfedern enthält, wurden die Konterschrauben kurzerhand entfernt und stattdessen Möbelfüße aus Gummi angeschraubt. So kann der Tubus stehend gelagert werden, ohne dass die Spiegelzelle punktuell belastet würde.
Ebenfalls getuned wurden die Gitterrohre. Diese wurden mit Hüllen aus Jeansstoff versehen. Erst hatte ich überlegt, die Rohre matt zu lackieren. Aber die Jeanshüllen haben den Vorteil rückbaufähig zu sein ;-) und außerdem werden die Hände beim „Herumdobsen“ nicht so kalt. Bei Bedarf kann der Tubus mit einem Streulichtschutz versehen werden. Dieser ist ebenfalls aus Jeansstoff genäht. Um zu verhindern, dass der Schutz in den Strahlengang fällt, wurden in regelmäßigen Abständen Kunststoffringe aus der Gartenabteilung des örtlichen Baumarktes eingenäht. Die sollen normalerweise Sträucher zusammenhalten, im Streulichtschutz erfüllen sie aber einen viel sinnvolleren Zweck. Auch die Rockerbox wurde bereits verändert. Das originale Wälzlager für die Azimutachse wurde weggelassen. Stattdessen wurde Ebonystar + Teflon verbaut (ICS Gleitlagerset).

Der Fangspiegel muss demnächst noch umgebaut werden. Denn leider hat Meade eine total hirnverbrannte fragwürdige Konstruktion auf den Markt gebracht: So graben sich die Justageschrauben in eine Aluscheibe, welche sich vor der eigentlichen FS-Halterung befindet. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches und gängige, ärgerliche Praxis. Bei Meade ist das Aluscheibchen jedoch nicht fest mit der Halterung verklebt, sondern schwimmt auf drei Auflagepunkten. Wie so etwas dauerhaft justierstabil bleiben soll? Vielleicht rechnet Meade ja aber sowieso fest damit, dass getuned wird. Und es stimmt ja auch. Folgerichtig wird das Teil also bei nächster Gelegenheit entfernt und auf den Kopf des FS-Halters eine Unterlegscheibe aus Stahl mit Epoxy geklebt.

Leider ist der Lightbridge konstruktionsbedingt kopflastig. Mit einem Telrad und einem schweren Okular á la Televue Panoptic versehen, kommt der Tubus schnell aus der Balance. Da nützt die eher mickrige Höhenradbremse auch nicht wirklich. Echte Abhilfe schafft hier dagegen ein Gegengewicht, bestehend aus 2kg Hantelstahl sowie zwei Aquarienmagneten. Das Ganze soll demnächst als Laufgewicht realisiert werden. Von den oben beschriebenen Balanceproblemen abgesehen, lässt sich der Dobson angenehm nachführen. Die Konstruktion ist überraschend schwingungsarm, und das Nachzittern ist nach gefühlt 1,5 Sekunden beendet.

Einem Leichtbaudobson ist der Lightbridge sicherlich deutlich unterlegen. Mit über 30kg Gesamtgewicht ist das Teleskop kein Leichtgewicht. Gegenüber der üblichen Volltubusbauweise aber hat das Teleskop bei der gegebenen Öffnung deutliche Vorteile und passt zerlegt mühelos ins Auto. Die Rockerbox ist dabei das sperrigste Teil. Vor Ort dauert das Aufstellen wenige Minuten. Die Justage ist bisher erfreulich konstant und muss mittels Laser nur minimal korrigiert werden.
Abschließend kann man sagen, dass das Teleskop bisher die Erwartungen mehr als erfüllt hat. Mit 12“ Öffnung werden die erreichbaren Objekte für die nächsten Jahrzehnte reichen. Auf jeden Fall würden wir das Teleskop wieder kaufen.

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