Skywatcher 8“ Dobson
...der kleine Rumpeldobson

Das zweite wichtige Gerät in unserem Teleskop-Zoo ist ein Synta Skywatcher Dobson mit 8“ Öffnung. Die Brennweite beträgt „klassische“ 1200mm, somit hat das Instrument ein moderates Öffnungsverhältnis von f/6. Das Teleskop wurde im November 2007, noch vor dem längst geplanten Kauf des 12“ Lightbridge, von privater Hand gebraucht erstanden. Da es sich um ein wahres Schnäppchen handelte (und wir endlich ein vernünftiges Teleskop haben wollten) wurden zur Ausstattung und Qualität keine weiteren Fragen gestellt. Das Teleskop weist einige Gebrauchsspuren auf, welche aber ausschließlich kosmetischer Natur sind. Der Spiegel wurde vom Vorbesitzer als „gar nicht mal sooo schlecht“ beschrieben, was nach einer Grundjustage bestätigt werden kann. Der Okularauszug ist ein 2“ Crayford von Teleskopservice, welcher bis auf die fehlende Untersetzung identisch mit dem Galaxy-Crayford ist. Da der originale Synta-OAZ im Gegensatz zum TS Crayford sehr hochbauend war, entschied sich der Vorbesitzer, einen Unterbau aus Holz zu bauen. Anders wäre der Fokus nur durch eine 30mm Abstandshülse erreichbar gewesen. Und warum es sich einfach machen, wenn es doch auch kompliziert geht…
Mit 8“ f/6 ist der Skywatcher das ideale Einsteigergerät. Er ist nicht besonders wählerisch, was die Okularqualität angeht, andererseits ist er genügend lichtstark, um auch Galaxien zu beobachten (wenn der Himmel entsprechend dunkel ist). Das patentierte Tension-Control-System von Synta erweist sich als kugelgelagerter Schraubgriff, mit dem die Höhenräder mehr oder weniger fest zwischen der Rockerbox verklemmt werden. Das ermöglicht zum einen zwar die Verwendung von sehr schweren Okularen und Suchern, andererseits ist das winzige Kugellager ständig großen Belastungen ausgesetzt. So verwundert es nicht, dass das Kugellager durch den Vorbesitzer bereits beschädigt wurde, und folgerichtig direkt nach der Ankunft in Hamburg auseinanderbröckelte. Ersatz zu beschaffen ist nicht leicht, Synta antwortet nicht auf eMails, bei astroshop.de kennt man das Problem und bietet an, ein gleichwertiges Kugellager zu beschaffen. Immerhin, Synta hat inzwischen wohl gemerkt, dass da etwas schief läuft und angeblich das Tension-Control-System in dieser Hinsicht verbessert.
Da die Abbildungsqualität bei korrekter Justierung tatsächlich nicht schlecht ist, soll der Skywatcher als festes Zweitinstrument zum Einsatz kommen – vorzugsweise auf Reisen. Dafür muss das Teleskop aber gehörig abspecken. Die Rockerbox ist recht sperrig und schwer, hinzu kommt der knapp 1m lange Volltubus, welcher ebenfalls ordentlich Platz im Kofferraum beansprucht. Deshalb ist die derzeitige Planung, den Skywatcher zum Gitterrohr-Dobson umzubauen. Bedingt durch die Brennweite ist aber mit einer beachtlichen Hebelwirkung am oberen Tubus zu rechnen, weshalb der derzeitige Planungsschwerpunkt sich darauf konzentriert, dort so viel Gewicht wie möglich einzusparen. Fakt ist, dass der TS-Crayford mit über 450g dort nicht mehr zum Einsatz kommen kann. Ebenfalls muss die Fangspiegelhalterung neu konzipiert werden. Da der Fangspiegel mit D 46mm recht klein ist, artet das ganze wohl in eine wahre Uhrmacherarbeit aus. Sobald die Planungsphase abgeschlossen ist, wird es an dieser Stelle Bilder und Berichte zum Stand des Umbaus geben.
